Man sagt ja: Bei Snapchat verläuft so eine Generationenlinie. Da kommen die Alten einfach nicht dran emotional. Aber die Jungen fahren total drauf ab! Und ich schwöre: Obwohl ich es nicht gedacht hätte, zwischen Eltern und Nicht-Eltern gibt es genau solche Linien auch. Eine davon verläuft bei Tierpullis. Kinder lieben Tierpullis, deswegen ist es SUPER SCHWER, sich selbst keine zu kaufen als Elternteil. Ich im Dackelpulli = beste Mutter der Welt. Und eine andere ist Musik. Rolf Zuckowski. Du hast kein Kind? Dann erschließt sich dir die Mucke einfach nicht. Du hast eins? Dann springst du auf die „Weihnachtsbäckerei“ durch die Küche. Ich meine, GEIL, die Weihnachtsbäckerei. Ich FREU mich schon auf Advent wieder! Und während JEDER froh ist, dass WHAM! nicht noch „Last Easter“ aufgenommen haben, bin ich über „Stups, der kleine Osterhase“ ganz außergewöhnlich happy. Zuckowski, der Pharell der Kinderzimmer. Na, auch wenn er von „Deine Freunde“ oder den „Unter meinem Bett“-Compilations ganz gut Konkurrenz bekommen hat.

Oder nimm unsere „Kikaninchen“-CD, NIENIENIE hätte ich die gehört ohne Kinder, aber nun habe ich nichts gegen ein fröhlich geschmettertes „Dibbedibbedabb!“ „Zusammen sind wir Marzipan!“ oder den „Badewannensitzpirat“. Macht jetzt nix her, das in intellektueller Runde zu erzählen, aber so ist es eben: Kinder lieben Kinderlieder, und man selber merkt auch erst manchmal nach einer halben Stunde, dass der Kram läuft, obwohl die Kleinen gar nicht mit im Auto sitzen … dibbedibbedabb, schubidu.

So weit, so verwunderlich! Was mir aber auch immer wieder den Arsch aus der Hose haut vor Freude: Dass Kinder bei Klassik genauso mitgehen. Wir haben angefangen mit „Peter und der Wolf“, dann kamen die „Nola Note“-Geschichten, später die „Zauberflöte“ (in einer supersten Kinderversion), und wenn ich sehe, wie der Dreijährige Lego baut und dazu selbstvergessen die Arie der Königin der Nacht zwitschert, könnte ich mir die Federn meines Papagena-Kostüms rausreißen vor Lachen. Neulich hat der Große ein Foto von Olivia Jones gesehen und gesagt: „Mami, guck mal, die Königin der Nacht!“, und da hat er ja wohl recht. Manchmal meckert er auch den Kleinen an, und wenn er ihn nicht gerade in übelster Fäkalsprache bepöbelt, kann es schon mal sein, dass er sagt: „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen!“ In your face, Musikindustrie, mit Mozart schaffst du es also auch in die Kinderzimmer.

Zum Einschlafen mache ich oft dieses Youtube-Video an von einem legeren Typen, der herrlich Klavier spielt, und da ich immer als Erste darauf einpenne, weiß ich nicht, wie meine Kinder das finden, aber sie maulen nicht. Kinder sind wie Schwaben: Nix gesagt ist schon gelobt. Ich denke also: Sie lieben Brahms. Sie lieben Mozart, Prokofjew, Nola Note. Dibbedibbedabb, da steckt Musik drin. Ich empfehle die Klassikaufnahmen für Kinder sehr! Nicht, weil es sie zu optimal geförderten Sprösslingen ambitionierter Bildungsbürger macht. Sondern weil sie so, so, so viel Spaß machen.

⚓ Hamburg-Tipp

Die Elphilharmonie bietet für Kinder ab 4 Jahren Instrumenten-Kennenlern-Stunden an, nennen sie Instrumentenwelt. Guckt mal hier: https://www.elbphilharmonie.de/de/instrumentenwelt – das ist obersuper.

Foto: Christoph Mahlstedt über unsplash