Wer hier häufiger liest, hat schon rausgehört: Ich mache so gut es geht dicht gegen diese irrwitzige Ratgeberflut, die meist ja gar nicht Wissen vermittelt, sondern Unsicherheiten erst aufkommen lässt.

Aber einen Kurs habe ich kurz nach Puffis Geburt dann doch gemacht, weil ich ihn wichtig fand: Einen Erste-Hilfe-Kurs für Menschen mit Babys. Weil ich noch mal wissen wollte, wie ich ein Mini-Herz massieren kann, wenn es wirklich mal aussetzt. Was ich tun soll, wenn… nun, wenn irgendwelche Ernstfälle eintreten. Und das Wissen dieses Kurses will ich nicht missen!

Gegeben hat ihn eine Ärztin, die jahrelang im Altonaer Kinderkrankenhaus unter anderem in der Kinder-Notaufnahme gearbeitet hat. Operiert. Gerettet. Geheilt. Ich sage euch: Andrea Besecke weiß, was am häufigsten in Luftröhren stecken bleibt. Welchen Fehler Eltern oft machen, wenn das Kind bewusstlos am Boden liegt. Und welche Sachen man im Haus am besten ganz, ganz oben versteckt.

Und ich will den Kurs hier nicht ersetzen, das ginge nicht. Aber ein paar Facts teilen, die Kinderleben retten können:

– Eine der gefährlichsten Sachen im Haushalt sind Geschirrspül-Tabs. Sollte ein Kind davon eins essen, wird es sich unvermeidlich eine schwere Verätzung der Speiseröhre zuziehen, ohne Chance auf ein Gegenmittel. Also: Außer Reichweite damit.

– Batterien, Medikamente: Ja, sowas wird jedes Jahr von Dutzenden Kindern verschluckt. Also weg damit. Es gibt Drahtkästen mit Zahlenschloss, die man unter die Spüle stellen kann. Kindersicher ohne großen Aufwand.

– Speicher dir für den Fall auch den Giftnotruf im Handy. Die wissen, was zu tun ist und wie giftig das ist, was dein Kleines verschluckt hat.

– Dein Kind ist aus großer Höhe gefallen und bewegt sich nicht? Regel Nummer eins: RUHIG BLEIBEN. Wenn du es schaffst, dann reiß es nicht an dich, lass es zunächst liegen. Ruf ggf. den Krankenwagen. Und kümmer dich dann – ohne die Wirbelsäule des Kindes zu belasten.

– Efeu, Maiglöckchen und Co, aber auch Vogeltränken und kleine Teiche: Am besten alles raus oder gut absichern im Garten, solange die Kids noch klein sind.

Dein Kind hat einen Krampfanfall? Klingt irre, aber: Zähl mit, wie lange der dauert. Das ist eine wichtige (und meist beruhigende) Info! Denn meist ist er kürzer, als er uns vorkommt. Und das ist dann gut – und eine entscheidende Info für die behandelnden Ärzte.

Keine Nüsse und rohe Möhren für kleine Kinder bis zum vollständigen Gebiss. Zu wenig gekaut, verkeilen sich die Stücke leicht in Luft- oder Speiseröhre. Da sich da nix auflöst, ist das ein Grund für eine Spiegelung der Bronchien oder Speiseröhre und kann Lebensgefahr, vor allem Erstickungsgefahr bedeuten!

Na, das sind wirklich nur kleine Infos aus einer Fülle von Wissen. Mein Großer wird kommende Woche drei – und ich bin froh, dass ich nichts davon je gebraucht habe. Allerdings habe ich eine beruhigend große Portion Pragmatismus aus dem Kurs mitgenommen. Und viel Wissen über Prävention. Ich kann also natürlich nichts anderes schreiben als meinen heutigen

⚓ HAMBURG-TIPP

Die Kurse von Andrea Besecke finden in Eppendorf und bald auch in Eimsbüttel statt und sind fünf Stunden prall voll mit sinnvollen Infos. Nachzulesen und zu buchen hier.

Ach ja, und der Giftnotruf hat 030 – 19240 – Tag und Nacht.