Wir wohnen in der Frankschen Siedlung. Das ist herrlich dort! Spielstraßen, Alsterlauf, ein kleiner Ortskern mit allem was man braucht. Wenn man mäkelig sein will, haben die über 500 Reihenhäuser einen winzigen Nachteil: Sie sind nur vier Meter breit. Das lehrt einen Beschränkung.

Großer Esstisch, eine raumgreifende Hifi-Anlage oder Hochbetten sind eher ungünstig (die Raumhöhe ist ebenfalls überschaubar). Aber auch was das Innenleben angeht, überlegt man hier besser immer zweimal, ob man eine Sache wirklich braucht. Brotschneidemaschine, Eismaschine, Schokoladenfondue, Raclett-Rondell, Cricket-Set, Fahrrad, das man bestimmt irgendwann mal repariert, alte Zeitschriftensammlung: Genau! Alles eher nicht. Zumal ich kein Freund zugeballerter Räume bin. Ich LIEBE Bücher, genau wie mein Mann. Als wir uns und unseren Kram addierten, mussten wir allerdings schnell feststellen: Entweder die Bude wird eine Rundum-Bibliothek – oder wir misten rigoros aus. Ich bin immer noch dabei!

Denn jedem Abschied wohnt dein Ende inne, will ich Hesse mal ins Wort fallen. Bücher gibst du weg, wenn du denkst: Die Zeit werde ich im Leben nicht mehr finden, sie zu lesen. Kleider gibst du weg, weil du die passende Party nicht mehr besuchen, die sportliche Form nicht mehr erreichen wirst. Du blickst beim Ausmisten deiner eigenen Vergänglichkeit ins Auge. Wüsste ich, wann mein Ende gekommen ist, müsste ich nach der Logik an dem Tag nur noch übrig haben, was ich vererben will.

So, und wenn du nun Kinder hast, stellt sich also die Frage: Was hebst du speziell für sie auf? Was packst du in ihre Zeitkapsel? Ich, der Anti-Sammler mit Dachboden-Allergie habe meinen Jungs Blechkisten gekauft. Deren Deckel lupfe ich von Zeit zu Zeit. Um einen Body reinzustecken, ein Foto, oder einen Stock vom Waldausflug. Ein Lieblingsbuch oder ein Bild. Immer hübsch beschriftet. Aber wo das enden soll? Da habe ich kein Konzept. Ich weiß nur: Die Boxen sollen ein Stück Kindheit sein. Ich werde nicht den Platz haben, für jedes Kind 18 Boxen zu schaffen. Aber ich hoffe, ich lupfe den Deckel nicht zu selten.

 

⚓ HAMBURG TIPP

Eine Idee mag ich besonders: Aus jedem Lebensjahr ein, zwei charakteristische T-Shirts aufheben und zum 18. Geburtstag eine Patchwork-Decke nähen lassen. Tolles Geschenk zum Erwachsensein. Tipp: wer schon mal lernen will, wie es geht, findet unter http://www.patchwork-hamburg.com alles, was er wissen muss inklusive Kursangebot!