Zwei Sachen sind ja klar: Für seine Kinder will man noch mal extra fit sein. Ist schließlich praktischer, wenn man ihnen hinterher kommt im Tempo. Und zweitens wäre es schon ganz nett, ihnen einen liebenswerten, bezaubernden, faszinierenden Planeten zu hinterlassen. Keine globale Müll- und Abgashölle, für die sie uns hassen werden.

Leider gibt es für beides keine Garantie. Aber bemühen kann man sich! Fahrradfahren zum Beispiel sollte helfen. Leider ist es so: Da ich bis zum 20.-ten Lebensjahr fast nur aufm Dorf geradelt bin, habe ich bis heute Manschetten vor dem Stadtverkehr mit Bike. Da lauern Wurzelwerk, Trambahnschienen, Rechtsabbieger, Menschen, Einbahnstraßen, Laster, Busse, Raser – und, nun ja: Ganz normale Autos!

Okay, Trambahn gibt’s hier nicht. Dafür aber auch keine richtig guten Radwege. Die enden zu oft im Nichts, werden zugeparkt, befahren, von Bäumen durchschlagen … ich kann mit denen oft nichts anfangen.

Hindernisse sind aber dafür da, überwunden zu werden, und immerhin durchs Alstertal kann man doch super radeln. Bis zu meiner Schwester. Oder auf kleinen Straßen bis Winterhude. Oder in die Kita. Und was ich wirklich begeisternd finde, ist das Christiania Bike, das sich eine Freundin zur Geburt ihrer zwei Kids gegönnt hat. Ein echter Hingucker, der Hamburg schöner macht. Gekauft bei „Reckrad“ am Grindel.

Wir haben mit Betreiber Oliver Reck gequatscht:

Sowas hatte ich vorher noch nie gesehen! Was ist ein Christiania Bike?

Das ist eigentlich ein Lastenfahrrad aus Kopenhagen. Aber man kann sie bei uns schon fertig umgerüstet kaufen – sozusagen als Familienkutsche.

Ein bisschen schrauben muss man aber schon noch, richtig?

Nein. Wir bekommen Bausätze geliefert und bauen die Räder hier komplett fertig zusammen. Mein Kompagnon will jede Schraube einmal in der Hand gehabt haben, damit er weiß, dass alles passt. Spart dem Kunden übrigens auch 90 Euro. Soviel würde die Montage ab Werk kosten.

Wer kauft denn die Räder?

Tatsächlich am häufigsten Paare mit kleinen Kindern. Die haben gemerkt, dass an den Ubahnen Aufzüge fehlen und Autofahren mit Kindern auch mühselig sein kann – da ist ein Christiania Gold wert!

Und das ist nicht gefährlich?

Die Kinder werden angeschnallt, die meisten Eltern ziehen zusätzlich Helme auf. Das bietet wirklich guten Schutz. Dazu ist das Rad ja etwas bulliger und wird gut gesehen – und der Alurahmen ist sehr massiv!

Was kostet das gute Stück denn so?

Los geht`s ab 1600 Euro. Mit Gurten, Sitzbank und Beleuchtung kann man mit 2200 Euro rechnen.

Holla!

Man muss vielleicht auch den Wiederverkaufswert sehen, der ist sehr gut. Bei Ebay ist ein Christiania kaum länger drin als zehn Minuten.

Wir wollen ja hier keine plumpe Werbung machen. Deswegen: Kannst du auch eine Alternative empfehlen?

Wir haben hier auch Modelle von Veleon vorrätig. Das sind Lastenräder aus Berlin. Mit Neigefahrwerk, man kann mit ihnen also etwas sportlicher fahren! 2014 haben die Macher dafür den Euro Bike Award bekommen. Eine super Alternative.

 

⚓ HAMBURG TIPP

Der „Reckrad“-Laden ist in der
 Grindelallee 105, neben „Tchibo Prozente“. Zwischen den Ubahn-Haltestellen Schlump und Hallerstraße. Die Bikes müssen momentan nicht vorbestellt werden, was selten ist, denn die Lieferfrist beträgt normalerweise mindestens sechs Wochen.

Übrigens hätte ich den Text gerne als Familienstory aufgezogen, schließlich betreiben zwei Brüder den Shop… dachte ich. Benny und Oliver haben aber einfach nur den gleichen Nachnamen. Hier könnt ihr selbst mal gucken…