#regrettingmotherhood kann ich nicht mitsingen. Aber einen anderen, bedauernden Gedanken habe ich doch manchmal: Dass ich viel früher hätte Kinder haben sollen. Klar, sehr theoretische Überlegung, denn mit 20 kannte ich den Mann noch nicht, mit dem das ging. Aber falls das hier irgendjemand als Ratgeberliteratur rezipieren möchte und mal so richtig (Achtung, Magazinsprache) Mehrwert abgreifen, dann wäre mein Tipp: Früh Kinder zu kriegen.

WEIL

Mit 20 hast du noch nichts zu verlieren, kannst alles nachholen und aufholen und wiederholen. Und umpolen.

Du und deine Kinder, ihr werdet viel länger Freude mit Omi und Opi haben. Also, wenn die Familienkonstellation das hergibt. Und aneinander – wenn das Schicksal nicht dazwischenschießt.

Du kannst dich mit höherer Wahrscheinlichkeit entscheiden, wie viele Kinder du haben willst. Bei einer 45-jährigen Erstgebärenden wird das mit dem dritten eher nichts mehr.

Ernsthaft: Wenn du mit 20 ein Kind bekommst, ist es aus dem Haus, wenn du 38 bist. Das beste Alter für eine Vollzeit-Managerkarriere. Wenn du mit 38 ein Kind bekommst… ach, stimmt ja: dann bist du eben 56 und startest einfach anders durch.

Ich bin irgendwie nicht in Hochform dieser Tage, zumindest will mir kein einziger Schwarz-Weiß-Text gelingen. Weil es in Wirklichkeit scheißegal ist, wann du Kinder bekommst. Klar denke ich manchmal: Wäre toll, noch mehr zu haben oder jünger zu sein, um nicht so bald zu sterben und sie ohne mich zurück zu lassen.

Wäre vielleicht auch cool, vorher keine dämlichen Praktika, Typen, Hosen oder Wohnungen gehabt zu haben. Aber das war nun mal mein Leben und wie Ex-Schland-Finanzboss Steinbrück sagt: Hätte, hätte, Fahrradkette.

Ah, zum Glück macht meine Familie ja genau das: Mich den Moment leben lassen. Eventualitäten ausblenden. Kinder sind so unumstößlich da und wichtig und überhaupt am wichtigsten, dass die Umstände plötzlich zu Unsichtbarkeiten schrumpfen.

Deswegen schrumpft dieser Blog im Moment auch so…. Also: Vom Umfang. Irrer Weise werden es immer mehr Leser… Aber ich habe so wahnwitzig wenig Zeit. Und das meine ich nicht in Alice-und-das-weiße-Kaninchen-Manier, sondern: Ich habe alle Zeit der Welt – um das Leben mit meinen Kindern zu genießen. Unterbrochen von Alltag und Erledigungen und all dem, was die „InTouch“ so als Sensation druckt, wenn man ein Star ist. Ich bin Gottseidank keiner, deswegen bleibt es schlicht Leben, das mich vom Bloggen abhält.

Fazit: Scheiß auf diesen dämlichen Textansatz. Scheiß auf Mehrwert. Muttis, alt oder jung, weitermachen. Sorry, dass ich euch aufgehalten habe beim Lebengenießen. Ich mach jetzt weiter.

 

⚓ ÜBERALL-TIPP

Mein Mann hat mit Anfang 20 und Ende 30 Kinder bekommen. Ich glaube, er findet und fand beides super. Falls hier doch noch irgendjemand einen Tipp wollte. Machen. Einfach machen.